Historie

Die Zucht des Deutschen Weißköpfigen Fleischschafes wurde auf unserem Berghof in Sommerland bereits zu Anfang des 20. Jahrhunderts vom damaligen Hofbesitzer Gustav Konrad Schmidt betrieben und später von seiner Witwe Berta und ihrem Enkel Karl-Albert Fischer fortgeführt. Sommerland bzw. Siethwende war aufgrund des Bahnanschlusses seit jeher ein zentraler Auktionsplatz.

Bockauktion in Siethwende in den 30er Jahren

Nach dem zweiten Weltkrieg nahm Karl-Albert Fischer in den 50er Jahren gemeinsam mit seinem Sohn Karl-Dieter die Zucht der Weißkopfschafe wieder auf. Bereits damals wurden Böcke aus anderen Zuchtgebieten eingesetzt. Insbesondere auf der Auktion in Tönning (Nordfriesland) wurden mehrfach Spitzenböcke ersteigert, die hervorragend zum Zuchtfortschritt in der Region beitragen konnten. 1959 erhielt Karl-Albert Fischer für eine Kollektion von 8 hochprämierten Lammböcken auf der Auktion in Siethwende die erste Auszeichnung der Landwirtschaftskammer.

Auch in den Folgejahren war man regelmäßig in der Spitze vertreten und stets weiterhin um Blutauffrischung und Zuchtfortschritt bemüht. So wurden in den 70er Jahren mehrfach Böcke der Rasse Berrichon-du-Cher aus Frankreich importiert um die Schlachtkörperqualität der Weißkopfschafe zu erhöhen.  Auch auf regionalen und überregionalen Tierschauen war Familie Fischer stets erfolgreich vertreten, wobei besonders das Siegertier auf der NORLA 1974 sowie der Bock Marcellus, der sich auf der Bundesschau 1987 in Berlin gegen große Konkurrenz als Bundessieger durchsetzen konnte, hervorzuheben sind.

Bock Marcellus: Bundessieger 1987

Um die Zuchtaktivitäten breiter aufzustellen wurden im Jahr 1990 die ersten Suffolkschafe angeschafft. Schon bald konnten auch hier Erfolge erzielt werden. So wurde bspw. das Schaf „Rita“ Siegerschaf auf der Landessuffolkschau in Langwedel 1993. Ein Nachkomme aus diesem Mutterschaf, welches als Linienbegründerin großen Einfluss auf unsere Suffolkherde hatte und hat, konnte 1998 für uns erstmals einen Klassensieg auf der Suffolk-Elite 1998 in Paaren erringen. 

Mutterschaf Rita auf der Landessuffolkschau 1993 in Langwedel

Im Jahr 2003 wurden dann auch die ersten Mutterschafe der Rasse Texel angeschafft, deren Nachkommen in der Folge mehrfach als Klassen- und Rassensieger auf den Auktionsveranstaltungen in Husum und Neumünster ausgezeichnet wurden.

Im Jahr 2003 konnten wir auf der NORLA in Rendsburg mit der Rasse „Weißkopf“ das Siegertier, den Siegerbock sowie die Siegersammlung stellen. Insbesondere durch den Einsatz von Böcken aus dem Zuchtgebiet Stade (Züchter: Gerhard Carstens, Nordholz) sowie durch den Einsatz eines dänischen Bockes, konnten wir in den Folgejahren auf den Auktionen in Husum Spitzenergebnisse erzielen. Von 2004-2011 stellten wir durchgehend den Sieger oder Reservesieger der Veranstaltung, wobei in den Jahren 2008-2010 jeweils Nachkommen des dänischen Bockes „Dan“ zum Siegertier gekürt wurden. Insbesondere die Nachkommen dieses Bockes sind in der deutschen Weißkopfzucht weit verbreitet und beeinflussen nahezu alle Zuchtherden. In 2014, 2015, 2016 und 2017 konnte jeweils ein Sohn des neuen Stammbockes "Oderberg", eines der letzten direkten Nachkommen des "Dan", erneut den Siegerpreis auf der Husumer Auktionsveranstaltung erringen. Da wir uns aus zeitlichen Gründen gezwungen sahen die Größe unserer Herde zu reduzieren, konnten wir die Zucht in der Rasse Weißkopf leider nicht fortführen. 2018 waren wir letztmalig mit zwei Jährlingsböcken, weiterhin aus der Nachkommenschaft von "Oderberg", in Husum vertreten. Dabei wurde als krönender Abschluss wieder einer unserer Böcke zum Sieger gekürt. Dieser erzielte auf der Auktion den Rekordpreis von 2650€.

Weißkopfbock Dan

In den Jahren 2012, 2013, 2014 und 2015 konnten wir bei der Rasse Suffolk auf der Husumer Auktionsveranstaltung die Siegerböcke stellen, die jeweils zu Spitzenpreisen versteigert wurden. 4 Böcke von 4 verschiedenen Vätern konnten dort Jahr für Jahr überzeugen. Auch in 2016 und 2017 waren wir stets in der Spitzengruppe vertreten. In 2018 konnten wir mit einem Jährlingsbock den Reservesieger stellen.

In 2012 wurden ein Suffolkbock sowie zwei Texelböcke aus Großbritannien, zudem 2013 ein neuer dänischer Weißkopfbock importiert. Diese haben sich sowohl in den Mutterlinien als auch in der Bocknachzucht erfolgreich vererbt. So konnten der Suffolkbock Kersey-Regatta gleich mit seinem ersten Jahrgang beachtliche Ergebnisse in Husum 2014 vorweisen, u.a. den Siegerbock. In 2016 haben wir erstmals einen französischen Suffolkbock importiert, der auf der Husumer Auktion 2017 gleich einen jungen 1b Lammbock stellen konnte. Dieser Bock hat sich mit seiner extremen Bemuskelung auch in den Jahrgängen 2018 und 2019 wieder sehr gut vererbt. Darüber hinaus sind wir  mit der Nachzucht unseren anderen beiden Suffolk Stammböcke ,"Uby" aus der holsteinischen Zucht Hochheim sowie "Ilias" aus der Zucht Rüdebusch Niedersachsen sehr zufrieden. Dieses zeigte sich in einem starken Lammbock-Jahrgang 2019. Wir konnten in Husum mit Nachkommen aller Väter Klassensiege erringen, wobei ein Sohn des französichen Bocks Reservesieger der Veranstaltung wurde. Zudem konnten wir einen Klassensieg bei den Jährlingsböcken erreichen. Ein neuer Deckbock, der Reservesieger von Rodenkirchen, gezüchtet von Claus Dreher, kam 2019 ebenfalls auf den Hof. Wir sind überzeugt hier einen Spitzenbock für unsere Herde erstanden zu haben und hoffen auf erfolgreiche Nachzucht.

 

In der Rasse Texel konnten wir im Jahr 2015 erstmals den Gesamtsieger an "unserem" Texeltag in Husum stellen. Ein Nachkomme des Bockes "Rudi", der sich auch im Mutterschafbestand stark vererbt hat, konnte sich den Siegerpreis sichern und wurde zum Spitzenpreis versteigert. In 2016 und 2017 konnten wir zwar keine Klassensiege erringen, waren jedoch stets in der Spitzengruppe vertreten und haben mit guten Durchschnittspreisen positive Rückmeldung der Käuferschaft erhalten. 2018 konnten wir in beiden Jährlingsklassen den Klassensieg und mit einem Bock den Gesamtsieg erreichen. 2019 gelang uns mit dem Altbock aus der Zucht Hagenkord ein Klassensieg und gute Verkäufe insb. bei den Jährlingsböcken. Bei dem aus unserer Sicht und gem. der Zahlen stärksten Vertreter des Jahrgangs haben wir uns entschieden diesen für die eigenen Nachzucht zu halten. (siehe Deckböcke Texel)

Im Lämmerjahrgang 2020 haben sich nach erster Sicht wieder alle Väter gut vererbt, wenngleich wir mit fast 3/4 weiblicher Nachzucht einen kleineren Lammbockjahrgang stellen werden. Die Jährlingsgruppe ist in diesem Jahr allerdings wieder etwas größer.

 

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